Unsere Buschenschank


15. 12. 2015
Es war einst ein Weinkeller am Straßenrand,
vor der Kellertür stand ein Tisch und eine Bank.
Da saß Vater Schauaus im Sonnenschein
und trank in Ruhe sein Glaserl Wein.
Viele Wanderer zogen die Straße entlang
und baten um Rast auf der Kellerbank.
Der Hausherr war auch gut und fein
und schenkt ihnen ein Glaserl ein.
Umsonst wollte es ja keiner haben,
so zahlte jeder für seine Gaben!
Weil er nur Flaschenwein verkaufen kann,
so schafft er sich kleine Flaschen an.
Er hatte die kleinen Flaschen “Stifterl” genannt,
da war er auch bald als “Stifterlwirt” bekannt.
Die Gäste fanden das gut und kamen immer mehr.
Er dachte: Da muß ein Heuriger her!
Ein freier Platz war auch nebenan,
da fing er einen Heurigen zu bauen an!
Viele halfen begeistert mit,
da ging es vorwärts, Schritt für Schritt.
Zwei Etagen Keller, das Lokal, dann das Dach darauf,
es gab viel Arbeit, man nahm sie in Kauf!
Es war soweit, man konnte Tisch und Bänke aufstellen,
eine Küche und eine Schank durften auch nicht fehlen!
Der Raum wurde schön gestaltet, alles für die Gäste getan,
nun war man fertig und alle hatten ihre Freude daran!
Jetzt konnte der Wirt den grünen Strauß hinaushängen,
und wer da vorbeikam, konnte den Heurigen erkennen!
Müh’ und Arbeit zahlten sich aus,
viele Gäste kamen bald ins Haus!
Sie wurden vom Wirt auch freundlich begrüßt,
was ja für die Gäste die Hauptsache ist!
Willkommen ist da auch jeder Gast,
bleibt er auch nur zur kurzen Rast!
Der Wein ist gut, man muß ihn genießen,
Glas um Glas läßt man hinunter fließen.
Die Frau Schauaus ist auch nett und fein,
und sie stellt sich auf die Gäste ein!
Gut und reichlich bringt sie das Essen,
da kann man die Sorgen leicht vergessen!
Seit zwanzig Jahren läuft schon der Betrieb,
im Ganzen doch alles beim Alten blieb.
Bei guter Unterhaltung die Zeit schnell vergeht,
man schaut auf die Uhr, es ist schon spät!
Man nimmt Abschied, man muß schon geh’n,
und sagt bestimmt – Auf Wiederseh’n!
Hofern, Juni 1998
Heinrich Bergmann